Am Bergsee

 

Für Säckinger Bürger und Gäste ist er DAS „Naherholungsziel“. Vom Bahnhof aus ist man in einer knappen halben Stunde zu Fuß am Bergsee. Der Weg führt unter den schattigen Kastanien im Badmattenpark hinauf zur Lindenallee, die eigens dafür angelegt wurde. Bereits 1886 wurde die Lindenallee von der Schneckenhalde zum Bergsee angelegt, 120 Linden wurden für einen schattigen Weg von der Stadt zum Bergsee gepflanzt. 

Der See selbst ist schnell umrundet. Doch viel schöner ist es, gemächlich den See zu umrunden und die Besonderheiten zu genießen. Denn dadurch dass der See von Bergen umgeben ist sieht er, wegen der Schatten, morgens ganz anders aus als Nachmittags. So gibt es immer eine Sonnen- und eine Schattenseite. Viele Bänke laden dich ein, dich hinzusetzen und den Tag zu genießen. Bei Windstille gibt es tolle Spiegelbilder. 

 

Der Bergsee im Frühling und Sommer

Fotos: Chr. Moschner

 

Joseph Viktor von Scheffel schrieb im "Trompeter von Säckingen"

 

Grüner Bergsee, Tannendunkel, seid vieltausendmal gegrüßet.

Ich auch, der in späten Tagen dieses Lied sing, freu mich eurer,

Und ihr habt mich oft erquicket, wenn entfliehend aus des Städtleins

Kleinem Kram und kleinem Markte mich der Schritt zu euch hinaustrug.

Oftmals saß ich auf dem Steinblock, den der Tanne wilde Wurzel 

Fest umklammert zu den Füßen wogt der See in leiser Strömung;

Waldesschatten deckt die Ufer, doch inmitten tanzen flimmernd

Auf und ab die Sonnenstrahlen. ....

 

 

Der Bergsee im Herbst und Winter

Fotos: Chr. Moschner

 

Schwarzsee oder Stadtsee, so die alten Namen des heutigen Bergsees. Joseph Victor von Scheffel war es, der dem See seinen heutigen Namen gab. Der See liegt in einer von der Eiszeit ausgeformten Wanne, die etwa 450 m lang, 125 m breit und in der Mitte 13 m tief ist. Seine Oberfläche misst 6,9 ha und er fasst 420.000 m³ Wasser. Seit 1801 wurde der Bergsee als Wasserspeicher für die Industriebetriebe im Schöpfebachtal genutzt. Bis zum Bau des Waldbades diente das Ostufer den Säckingern als öffentliches Schwimmbad. Durch die Zuleitung von Abwässern aus den Kläranlagen der Heidewuhr bricht das Ökosystem des Sees ab 1980 zusammen. Dicke, grüne Algenteppiche bedecken im Sommer die Oberfläche. Der Bergsee drohte umzukippen. Um das zu verhindern wurden zunächst die Kläranlagen vom Heidewuhr abgehängt. Gleichzeitig wurde eine Seebelüftungsanlage installiert, die noch heute im Einsatz ist. Am westlichen Abschlussdamm wurde ein Überlaufwerk errichtet, das die Durchströmung des Wassers beim Einlauf verbessert. Das Alter des Bergsees wird auf 30.000 Jahre beziffert.

Quelle: Südkurier Bad Säckingen vom 03.11.2017