Über die Grenze / Stühlingen

 

Organisation: Gottlieb Burkart

 

Es ist schon eine kleine Tradition, dass wir die Ausstellungen des SWV Stühlingen in der Schür besuchen, verbunden mit einer angebotenen Wanderung. So trafen sich 8 mutige Wanderer, die dem Wetterbericht  vertrauten, am Bahnhof zur Fahrt mit Bahn und Bus nach Stühlingen.

 

Das geplante Umsteigen in Lauchringen auf den Bus sorgte allerdings erstmal für lange Gesichter. Der Bus in Sichtweite, fuhr dieser ohne uns davon – 4 Minuten zu früh! Aus der Misere rettete uns ein Shuttle-Bus, der uns nach Ende seiner Tour abholte und uns punktgenau zur Wanderung  ans Ziel brachte.

Die von den Stühlingern angebotene, von Wanderführer Hans Meier geführte Wanderung  bot eine abwechslungsreiche Strecke, gespickt  mit vielseitigen, interessanten Themen. Gestartet „ennet der "Über die Grenze“ war das Hauptziel der geschichtsträchtige Schweizer Ort Schleitheim, auf schwyzerdütsch „Schlaate´“, am Randen gelegen. Jahreszeit-, wetter- und geologiebedingt waren rutschige Teilstrecken, vor allem die durch zwei Bachtäler führenden, schwer und gelegentlich nur durch gegenseitige Hilfe zu bewältigen. Weite Streckenabschnitte aber führten über die freie Hochfläche des  Randen mit schönen Aussichten auf die Juralandschaft.

Mit Blick auf den Ort erläuterte Hans Meier die Geschichte des Dorfes, u.a. die Zeit der Armut mit der Folge der Auswanderungen, die einerseits wiederum in Armut endete, andererseits die Geschichte des ….. Stamm, der in Amerika reich geworden ist, sein Heimatdorf aber nicht vergessen und ihn auf vielfältige Weise unterstützt hat und sich nach der Rückkehr ein kleines Herrschaftshaus gebaut hat, das heutige Rathaus.

Einen einmaligen Stellenwert hat der Ort in der  Geschichte der Religionsgemeinschaft der Täufer, die in den Glaubenswirren brutal verfolgt wurden. Sie haben sich das „Schleitheimer Vermächtnis“ gegeben, die weltweit geltende eigene“ Bibel“ der Religionsgemeinschaft (ein Wanderweg ist als Täuferweg konzipiert). Bekannt ist Schleitheim insbesondere für seine große Römergeschichte. An der wichtigen Römerstraße von Windisch nach Rottweil im Tal des Zwerenbachs gelegen, entwickelte es sich mit Thermen, Kulttempel, Villen  und großen Gutshöfen in der Nachfolge des Oppidums Altenheim / Rheinheim zu einem zentralen Ort. Zu sehen ist dies im Thermenmuseum in und vor allem der ausgegrabenen Therme, das wir besichtigt haben. 

Über einen schon zu Römerzeiten genutzten beeindruckenden Hohlweg ging es über den „TarDaDa-Weg“ (für Nicht-Schweizer: „Darf der das-Weg), der neben vogelkundlichen Tafeln vor allem Stationen mit witzigen Einlagen und Spielen bietet. Erläuterungen zur Landschaftsgeschichte, insbesondere den ausgedehnten ehemaligen Rebbau, noch sichtbar in einem Rebhüter-Unterstand, und Epitaphen bei der Reformierten Kirche folgten. Auf einem nicht ganz ungefährlichen schmalen Pfad ging es der derzeit recht wilden Wutach entlang, vorbei an vorbildlich renaturierten Abschnitten und am Gipsmuseum, zum Ausgangspunkt zurück.

Der zweite Teil des Tages gehörte dem Ausstellungsbesuch, zu dem uns die Stühlinger per Autotransfer gebracht haben. Zumindest die meisten: 2 unserer Mitwanderer wurden versehentlich im Ortszentrum „ausgeladen“. Was insofern nicht so schmerzlich war, als sie dort das Stadtfest mit Genussmeile, Musik und Sonntagsverkauf genossen.

Durch die Vorsitzende Jutta Binner Schwarz erhielten wir eine persönliche Führung durch die aktuelle Ausstellung „Von Fernweh und Heimweh – Andenken und Souvenirs“ bei der es  besonders wiederum um Auswanderer gestern und heute ging. Wichtig war allerdings die zuvor genossene stärkende  Suppe und / oder Kaffee und Kuchen. 

Die Heimfahrt wäre fast schon langweilig geworden, wenn es nicht beim Umsteigen vom Bus auf den Zug in Lauchringen wiederum zeitlich äußerst knapp zugegangen wäre.

 

Und der Regen hat gewartet, bis wir trocken zu Hause waren.